Bericht vom Herbstkonzert 2013

Aus den Schaffhauser Nachrichten vom 12. November 2013


Tanzen, dass einem schwindlig würde

 

Im optisch ansprechenden Konzertraum der farbenfrohen Kirche St. Konrad feierte das Salonorchester Schaffhausen sein 75-Jahr-Jubiläum am Freitag
mit dem zweiten Konzert unter der neuen Leitung von Erich Meili, der aus
dem Ensemble Erstaunliches herauszuholen weiss. Mit feinem stilistischem
Gespür für liebevoll herausgearbeitete Details punkto Agogik, Artikulation,
Dynamik und wirkungsvolle Zäsuren liess er der anspruchsvollen «leichten
Muse» ihr typisches Kolorit in idealer Weise zukommen. Die fünfzehn Musikerinnen und Musiker, grösstenteils Amateure, folgten zusammen mit der
Profimusikerin Marielle Haag-Studer am Klavier den ideenreichen Anweisungen
des risikofreudigen Dirigenten und Vollblutmusikers mit grosser Aufmerksamkeit
und Hingabe. Er verlangt einiges von ihnen, und es wäre «das
Tüpfelchen aufs i», neben ernsthafter Konzentration vermehrt auch die reine
Spielfreude am Musizieren, wie sie Erich Meili ausstrahlt, von ihren Mienen ablesen zu können.

 

Mit viel Begeisterung
Bereits in der einleitenden Ouvertüre zu «Wiener Frauen» zeigte sich die
ganze Palette dieser Unterhaltungsmusik in all ihren Farbschattierungen mit schmissigen Märschen, charmanten Walzern, schmelzender Melodienseligkeit und feurigen Strettapassagen. Nicht immer alles lupenrein, jedoch mit viel  Begeisterung und mit verschiedenen hübschen Soloeinwürfen, allen voran
das gekonnte Klaviersolo von Marielle Haag-Studer – übrigens die Enkelin des unvergessenen, grossartigen St.-Johann-Organisten, Musikpädagogen und Musikers Heinz Binde –, wurde das Konzert dargeboten. Da reihte es sich wie die Perlen an der Schnur und wurde im Verlauf des Abends zusehends gelöster und freier: fröhliche Polkas, rassige spanische Rhythmen, geschmeidig elegante Walzer, ein glutvoller Tango, leicht und beschwingt die «Spitzbuebe» und last
but not least das schwierige Potpourri aus der Operette «Die lustige Witwe» von Franz Lehár. War hier in der Einleitung der Weg bis «ins Maxim» noch etwas steinig, so fing sich das Orchester spätestens dann wieder vorbildlich auf, als es die bekannten Melodien und Hits zu Gehör brachte.

 

 

Abwechslungsreich
Es war eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Stunde, an deren Ende das begeisterte Publikum die Musiker erst nach drei Zugaben entlassen wollte. Sie boten noch einen spanischen Marsch, den Fliegermarsch von Hermann Dostal aus ihrem Repertoire und als Wiederholung noch einmal die leichtfüssigen  «Spitzbuebe». Somit darf man sich schon wieder auf ihr nächstes Konzert im  Frühling freuen.

 

Gisela Zweifel-Fehlmann

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Konzertprogramm
Programm zum Konzert vom 8. November 2013 im St. Konrad
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Bericht vom Sommerkonzert 2013

Aus den Schaffhauser Nachrichten vom 24. Juni 2013

 

Leichte Muse mit Charme

 

Konzert Schaffhauser Salonorchester, Steigkirche

Wie ist es doch schön, dass nach 30-jähriger Aufbauarbeit der Dirigent Philipp Strack sein Lebenswerk für das Salonorchester vor Kurzem in gute Hände übergeben konnte (siehe SN vom 17. Juni 2013)! Im temperamentvollen Vollblutmusiker Erich Meili hat das Salonorchester Schaffhausen einen würdigen Nachfolger gefunden. Der Dirigent und Geiger mit grossem Erfahrungshintergrund entpuppte sich beim Konzert des Salonorchesters am vergangenen Freitagabend in der Steigkirche Schaffhausen als ebenso brillanter Orchesterleiter mit Esprit, Witz, Verve und mitreissender Ausstrahlung. Er versteht es, die Musiker risikofreudig aus der Reserve zu locken und das Publikum locker vom Hocker zu reissen.

Ob der hehre Raum der Steigkirche dazu den idealen Rahmen bot, sei dahingestellt. Es war reinstes Vergnügen und beste Unterhaltung, wie es den Amateurmusikern mit ihrem stilsicheren Dirigenten gelang, der ach so schwierigen «leichten Muse» die charmante Leichtigkeit zu geben, welche von harter Knochenarbeit nichts ahnen lässt; dies auch dank der subtilen Unterstützung durch die Berufsmusikerin Ursula Baumann am Klavier. Die rasch aufeinanderfolgenden Tempo- und Taktwechsel mit ihren heiklen Übergängen in «Frau Luna» des Berliner Operettenvaters Paul Lincke wurden mit Schmiss und Schmelz spielerisch gemeistert. Das flexible, fantasievolle Dirigat Meilis führte auch im «Sirenenzauber» von Emil Waldteufel zu einer spannungsvollen Interpretation mit Zug, vielfältigen Klangfarben, sorgfältiger Artikulation und feinen agogischen Überleitungen. Den echten Tangosound mit Eleganz und leidenschaftlichen Kontrasten traf das Orchester im geschmeidigen «Happy Tango» von Hans Zander, wo manchen Zuhörern und Zuhörerinnen das Tanzbein gejuckt haben mag. Wie sich der englische Romantiker Albert William Ketèlbey im sinfonischen Satz «In einem Klostergarten» das Mönchsleben vorstellte, war ebenso vergnüglich: Das Resultat ist nämlich eine melodienselige Schwelgerei mit Vogelgezwitscher und gregorianischem Choral. Die «Lauschige Nacht» von Friedrich Zierer dagegen liess die deutsche Kaiserzeit wieder aufleben, als der Grossvater die Grossmutter zum Tanzabend ausführte. Das charmante Potpourri über die «Maske in Blau» von Fred Raymond mit Wiener Schmäh, ungarischem Paprika, südamerikanischen Rhythmen und hübschen Soli brach das letzte Eis. Es war eine tolle Leistung, wie sich die Musiker Schlag auf Schlag auf die neuen Themen einstellten. Auch wenn die Intonation nicht ganz lupenrein war, der Funke sprang unwiderstehlich über. Nach dem kurzen Kehraus der lüpfigen «Jockey-Polka» gemäss Josef Strauss und zwei Zugaben (die «Ticktack-Polka» von Johann Strauss und der «Fliegermarsch» von Herrmann Dostal) wollte der Applaus kaum mehr enden.

 

Gisela Zweifel-Fehlmann

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Konzertprogramm
Programm zum Konzert vom 21. Juni 2013 in der Steigkirche Schaffhausen.
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Vorbericht zum Sommerkonzert 2013

Aus dem Schaffhauser Bock vom 18. Juni 2013

 

Das Salonorchester Schaffhausen steht seit diesem Jahr unter der neuen Leitung seines Dirigenten Erich Meili
Gehobene Unterhaltungsmusik in der Steigkirche

SCHAFFHAUSEN. Teilweise sind es im Salonorchester Schaffhausen Berufsmusiker, zum Teil einfach Leute, die aus Freude an der schönen Musik ihre Fähigkeiten zum Tragen bringen. «Jeder Einzelne von ihnen ist so gut, dass sie sich alle miteinander hervorragend ergänzen», zeigt sich Erich Meili von seinem 15-köpfigen Ensemble bei einer Probe in der Aula des Schulhauses Alpenblick
begeistert. Mit dem Frühlingskonzert 2012 ist ein langjähriger, musikalisch sehr
befruchtender Abschnitt unter der Direktion von Philipp Strack zu Ende gegangen.
Aus gesundheitlichen Gründen haben sich die Wege des Dirigenten und des Salonorchesters getrennt. In der Person von Erich Meili, Violinist, Musiklehrer, Orchestermusiker und Konzertmeister, konnte eine versierte Nachfolge gefunden werden, die es versteht, das kleine Ensemble einfühlend zu führen und für das gemeinsame Musizieren zu motivieren. Ausserdem kennt der Berufsmusiker das Salonorchester bestens aus seiner Zeit, als er bei den Schaffhausern Konzertmeister war. Damit kennt er die Anforderungen und Ansprüche des Salonorchesters natürlich bestens.

Vermitteln von Freude an der Musik
In intensiver und dennoch sehr feinfühliger Probenarbeit hat Erich Meili zusammen mit den Musikerinnen und Musikern ein Programm einstudiert, das sowohl für das ältere wie auch jüngere Publikum unterhaltsam und abwechslungsreich sein wird. «Mit Sicherheit vermitteln unsere Melodien und Rhythmen die Freude an der Musik», verspricht der Dirigent. Unter anderem werden eingängige, bestens bekannte Stücke wie die Ouvertüre «Frau Luna von Paul Lincke (arr. Franz Stolzenwald), der Walzer «In lauschiger Nacht» von Carl Michael Ziehrer (arr. Richard Etlinger) oder das Potpourri «Maske in Blau» Fred Raymond (arr. Richard Etlinger) zu hören sein. Beim charakteristischen  Intermezzo des Gesanges der Mönche, «In einem Klostergarten» von Albert  William Ketèlbey, darf das Publikum den einfachen Text sogar mitsingen. Das Konzert des Salonorchesters Schaffhausen unter der Leitung von Erich Meili  gelangt am Freitag, 21. Juni 2013 in der Schaffhauser Steigkirche ab 20.00 Uhr
zur Aufführung. Die Abendkasse ist bereits ab 19.30 Uhr geöffnet.

Marcel Tresch

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